Gesundheit

Krankenkassen-Zusatzbeiträge

Krankenkassen-Zusatzbeiträge

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Das deutsche Gesundheitssystem zählt zu den teuersten der Welt. Und trotzdem warnen Experten vor neuen Kosten, die vor allem für die Versicherten zur Belastung werden. Denn die Gesundheitsausgaben steigen schneller als die Einkommen, sagt Gesundheitsökonom Jürgen Wasem. Der Professor für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen hat hochgerechnet und schlussfolgerte, dass die abverlangten Zusatzbeiträge sich innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppeln werden. 

"Wir brauchen die Rückkehr in eine solidarische Finanzierung unserer gesetzlichen Krankenkassen"

verdi-Vorsitzender Frank Bsirske

Hierzu äußerte sich der ver.di-Vorsitzende, Frank Bsirske. "Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt den Vorstoß des SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel, die Arbeitgeber wieder voll in die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen einzubeziehen. Das ist überfällig“, so Frank Bsirske zum SPD-Vorstoß. „Wir brauchen die Rückkehr in eine solidarische Finanzierung unserer gesetzlichen Krankenkassen. Es ist einfach sozial ungerecht, dass die Fortschritte in der Medizin einseitig durch Zusatzbeiträge von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen werden. Schließlich profitieren alle vom medizinischen Fortschritt.“

Bsirske betonte, die Forderung eines zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanzierten Krankenkassensystems habe auch mit Blick auf die Bundestagswahl in einem Jahr hohe Priorität für die Gewerkschaften. „Neben einer armutsfesten Rente ist eine solidarische Krankenkassenfinanzierung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unabdingbar für ihre soziale Absicherung. Fifty-fifty - das ist gerecht. Bei einem Kurs in diese Richtung hat Sigmar Gabriel unsere volle Unterstützung“, sagte Bsirske.

 

Der Gesetzgeber muss endlich die Arbeitnehmer-Zusatzbeiträge abschaffen

Annelie Buntenbach, Mitglied im DGB-Bunesvorstand

Und  DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte ebenfalls, dass die Parität in der Gesetzlichen Krankenkasse wiederhergestellt werden müsse und führt weiter aus: „Der Gesetzgeber muss endlich die Arbeitnehmer-Zusatzbeiträge abschaffen und die Parität in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) wieder einführen. Es ist höchste Zeit, einen großen politischen Fehler zu korrigieren. Die einseitige Belastung der Versicherten ist nicht hinnehmbar. Künftige Steigerungen der Beiträge müssen wieder zu gleichen Teilen von Versicherten und Arbeitgebern getragen werden. Der Gesetzgeber muss endlich die Arbeitnehmer-Zusatzbeiträge abschaffen und die Parität in der GKV wieder einführen.

Der Bundesfinanzminister muss dringend den Steuerzuschuss zum Gesundheitsfonds erhöhen und verlässlich gestalten. Damit können die gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, die den Krankenkassen politisch übertragen worden sind, gegenfinanziert werden."