Altersarmut

Aktive Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Aktive Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Rente 2036 Bertelsmann Stiftung 2017 Gründe für Altersarmut

Die im Juni 2017 vorgestellte Bertelsmann-Studie zur Renten- und Altersarmut zeigt auf, dass eine aktive Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zwingend ist. Denn das Risiko für Altersarmut in Deutschland nimmt in den nächsten Jahren weiter zu. Laut dieser Studie ist ab 2036 jeder fünfte Neu-Rentner von Armut bedroht. 2015 war es noch gut jeder Sechste.
Am stärksten betroffen sind demnach alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose. Das Rentensystem sei nicht ausreichend auf die steigende Zahl flexibler Arbeitsverhältnisse und geringer Einkommen vorbereitet, schreiben die Autoren.

Frau Bundeskanzlerin, Sie irren

Anhand dieser Fakten ist es unbegreiflich, dass unsere Kanzlerin keinen weiteren Handlungsbedarf sieht und betont: „Es gibt aus unserer Sicht bis 2030 keine Notwendigkeit, das Rentensystem jetzt wieder zu verändern." Das sieht Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, anders: „Die Bundeskanzlerin irrt“, sagt sie und führt weiter aus: „Die Berechnungen der Untersuchung belegen einmal mehr, dass die Politik heute handeln muss, um zukünftig Armut und sozialen Abstieg im Alter zu vermeiden“.

„Der Politiker denkt an die nächsten Wahlen, der Staatsmann an die nächste Generation“

William Ewart Gladstone, viermaliger britischer Premierminister im 20. Jahrhundert

Und in einem sehr lesenswerten Deutschlandfunk-Kommentar von Volker Finthammer heißt es: „Die Kritik an den fehlenden Rentenplänen der Union ist angesichts der aktuellen Bertelsmann-Studie mehr als berechtigt. Dagegen steht die SPD mit ihrem Rentenkonzept gut da. Denn sie widmet sich auch den vorgelagerten arbeitsmarktpolitischen Fragen.“